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"Von Liebe wegen"
ein ökumenisches Angebot zu den eidgenössischen Jubiläen im Jahr 2001


Das Angebot:


Das Projekt:

Das Angebot will mit einer Ausstellung, einem szenischen Gottesdienst und einer Tagung im Flüeli ein zentrales Dokument unserer Geschichte aufnehmen und für unsere Zeit neu deuten. Der Brief an den Rat in Bern, in dem Niklaus von Flüe Einblick in seine Erkenntnisse und sein Wollen gibt, soll als ein Wort mit bleibender Bedeutung gelesen und dargestellt werden. Es wird getragen von der Münstergemeinde Basel und in Verbindung mit Pfarrern, Priestern und Predigern in der Schweiz geplant und gestaltet von Dr. Bernhard Rothen, Pfarrer am Basler Münster.


Der Grundgedanke:
Einheit in der Vielfalt

1501 wurde die schweizerische Eidgenossenschaft durch den Beitritt Basels und Schaffhausens substantiell erweitert. Dabei erwies sich die Grundordnung, die zwanzig Jahre vorher den Beitritt Freiburgs und Solothurns ermöglicht hatte, erstmals als zukunftsweisend. Auch wenn die Schweiz erst durch die grossen Umbrüche der Neuzeit ihre heutige Gestalt gefunden hat, so war doch durch das ?Stanser Verkommnis" von 1481 der Weg vorgezeichnet: es sollte eine Gemeinschaft von gleichberechtigten Partnern entstehen, in der wohl abgewogene Ungleichheiten die Stellung der Kleineren und Schwächeren schützen.
Die eidgenössische Grundordnung ist damals massgeblich durch das Wirken einer der markantesten Gestalten in der europäischen Geschichte zustande gekommen: Niklaus von Flüe. Dem Einsiedler in Ranft ist es zu verdanken, dass im Dezember 1481 ein Krieg vermieden wurde und die eidgenössischen Stände sich in einer tragfähigen Form einigen konnten. Was Niklaus von Flüe bei dieser vermittelnden Tätigkeit bewegt hat, fasst er selber nur ein einziges Mal in knappe Worte: in seinem Brief an den Rat von Bern.


Das Angebot in seinen drei Teilen

  • Die Ausstellung als Raum im Raum
    Diese Ausstellung wird Ende Juni bis Mitte August 2001 in der Krypta und im Hochchor des Münsters zu sehen sein. Dort wird am 13. Juli 2001 im Beisein des Bundesrates und der Regierungsräte beider Basel der offizielle Festakt zum Eintritt Basels in die Eidgenossenschaft stattfinden. Vom 17. bis 19. August 2001 wird dieses Ereignis mit einem Volksfest auf dem Münsterplatz gefeiert. Während dieser ganzen Zeit lädt die Ausstellung im Münster dazu ein, sich anhand des Berner Briefes von Bruder Klaus zu vergegenwärtigen, was unserem Gemeinwesen durch das Evangelium vorgegeben ist .
    Sie wandert dann an acht bis zehn weitere Orte. Die reformierte Berner Kirche prüft, ob sie im Mai 2002 in Biel, als Bestandteil der kirchlichen Projekte der "Expo-Nachbarschaft" (OPEN.02), aufgebaut werde kann.


    1. Teil, Krypta (mit seiner betont leichten Installation, die den Kirchenraum mitsprechen lässt): Persönliches Sehnen und Leiden im Ruf in die Nachfolge
    a) Die Visionen, Zeugnisse der Liebe und ihrer zerreissenden Leidenschaft.
    b) Dorothea, die Frau, die den Weg ihres Mannes mitgeht und sein Werkt mit erleidet.
    2. Teil: "Ich, Bruder Klaus von Flüe": Der Brief in aktueller Deutung. Eine architektonische Installation als Raum im Raum.

    1. innerer Kreis innen: "Das Leiden Gottes im Herzen tragen"
      Bilder des menschlichen Leidens, unscheinbar gebrochen von Bildern der Passion Christi.
    2. Der innere Kreis aussen: "Der Name Jesu":
      Der Glaube an den persönlichen Gott befreit zum persönlichen Wollen, Tun und Leiden, Persönlichkeiten der Schweizergeschichte äussern sich über den Namen Jesu, Glauben und höchste Hochachtung, aber auch Zweifel und Fragen gegenüber diesem Namen kommen zu Wort.
    3. Optisches Zentrum der Installation: Strahlen nach aussen: "Von Liebe wegen"
      Die göttliche Liebe zeigt sich
      a) geschöpflich irdisch,
      b) gnadenhaft, in Christi Werk und Person zu greifen,
      c) völkerumgreifend in der Einheit des Geistes.
      Innen und aussen an den Strahlen stehen jeweils einander widersprechende Bilder: geschöpflicher Schönheit, geschöpfliche Zerstörung, Barmherzigkeit im Namen Christi, Gewalt in demselben Namen, menschliche Gemeinschaft zwischen den Völkern, konfessionelle Brüche in der Volksgemeinschaft.
    4. Strahlen nach innen: Ehre, Gehorsam und Weisheit
      Was als Liebe der Vielen im mitmenschlichen Umgang und im Verhalten gegenüber der Schöpfung zurückfliesst.
      Drei Installationen im Innern der Strahlen veranschaulichen die vielschichtigen Abhängigkeiten in Natur und Kultur.
    5. Drei äussere Kreisfragmente innen: "Friede ist allweg in Gott".
      Die sozialen und politischen Konsequenzen
      a) Verpflichtung zur sozialen Gerechtigkeit
      b) Dankbarkeit für Glück und Wohlstand
      c) Widerstand gegen offenkundige Verletzung von Anstand und Recht.
    6. Zwei äussere Kreisfragmente aussen: Historische und aktualisierende Einführung: Bruder Klaus und sein Brief in der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte. Die Frage nach der Einheit in der Vielfalt im damaligen Staatenbund und in der heutigen Eidgenossenschaft, aber ebenso in den europäischen Einigungsbestrebungen.

  • Die Ausstellung in Plakatform
    Sie besteh aus 12 bis 16 Plakaten im Weltformat, die in Pfarreiheimen und Kirchgemeindehäusern, aber auch an anderen öffentlichen Plätzen, aufgehängt werden können.
    Bilder einer Inszenierung mit Laienspielern im Jahr 1994:



  • Szenischer Gottesdienst: "Ein Mensch brach den Schlaf"
    Das Spiel erzählt in zwei Szenen die wesentlichen Ereignisse im Leben und Werk von Niklaus von Flühe, und zwar im Spiegel der Reaktionen in der nahen und der ferneren Umgebung. Bruder Klaus selber tritt nicht auf.

  • Aufnahme im Flüeli
    Rund um den eidgenössischen Bettag 2002 werden Verantwortliche aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Kirche zu einer Tagung eingeladen, die schwergewichtig im Zeichen des Gebetes steht, aber auch zwei, drei Referate zur Frage nach der Christlichkeit der Schweiz umfasst.

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